Bloggen in Kairo

Der  Weg von der Arbeit im Stadtteil Mahadi zurück zu seiner Wohnung in Dakki ist für Tarek Amr jeden Tag wieder ein kleines Abenteuer.  „Morgens geht es“, sagt der Telekommunikations-Ingenieur, „aber Abends brauche ich fast eine Stunde zurück.“ Kairo eben.

Amr arbeitet bei mehreren Blogs mit: globalvoicesonline.org ist ein internationales Nachrichtenportal.  Bürgerjournalisten stellen in ihren Ländern Nachrichten zusammen und übersetzen Meldungen aus dem Ausland ins die unterschiedlichsten Sprachen. Globalvoices will aber nicht nur eine Nachrichtenplattform sein sondern auch offene Diskussionen über kontroverse Themen ermöglichen. Unterstützt wird es  von Organisationen wie der Ford-Foundation.  Soll ich jetzt Witze aus meiner Zeit als Ford Ka Fahrer erzählen? Besser nicht.

Das eigene Blog von Tarek Amr heißt Kelmeteen, auf Deutsch: Holzhäufchen, und setzt  sich vor allem mit gesellschaftlichen Themen auf arabisch auseinander. Politik findet dort nicht statt. Offen über Politik in Ägypten zu schreiben ist allerdings auch nicht ganz ohne Risiko. Es gäbe zwar keine Zensur, sagt Tarek, aber ab und an würde ein Blogger schon mal ins Gefängnis kommen – zum Beispiel weil er zu einer Demonstration aufruft.

Bloggen und twittern hat für Tarek aber auch eine private Komponente: Regelmäßig trifft er sich mit Menschen, die er in den sozialen Medien kennen gelernt hat.
Stefan Laurin

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